Mittwoch, 28. September 2016

Wider den Gehorsam

Wider den Gehorsam
Wider den GehorsamWer den Mut zum Ungehorsam hat, der entzieht sich nicht nur vermeintlichen Autoritäten, sondern nimmt die Menschen lebendig und mitfühlend wahr. Wie sehr die Kultur des Gehorsams entmenschlichen kann und welche Wege aus dem Kreislauf der Unterordnung führen, zeigt Arno Gruen: Ein befreiendes Plädoyer für mehr Mitmenschlichkeit.

Lange bevor wir sprechen können und sich unser Denken organisiert, müssen wir lernen, gehorsam zu sein und unsere Gefühle zu unterdrücken. In allen Lebensbereichen erzwingt unsere Zivilisation einen reflexartigen Gehorsam. Zugleich belohnt sie ein Gruppendenken, das ein selbstbestimmtes, freies Denken unmöglich macht.

Scharfsinnig entlarvt der bedeutende Psychoanalytiker Arno Gruen die Pathologie der freiwilligen Knechtschaft: Wir selbst halten uns nicht für gehorsam und erkennen nicht, dass die Idealisierung des Unterdrückers ihm Macht über uns verleiht. Es ist höchste Zeit, gegen die Kultur des verschwiegenen Gehorsams zu revoltieren: Nur so können wir die Demokratie stärken und besser miteinander leben.

Und auch dieses Hörbuch hat es in sich. Wie so viele Hörbücher von Arno Gruen nimmt es uns an die Hand und weist uns den Weg zu unserem Herzen. Es zeigt wie destruktiv Gehorsam ist, wie er das Denken eingrenzt und die Realität verneint. Das Hörbuch macht Lust auf Widerstand gegen vorgefertigte Meinungen. Es macht eine gerechtere Welt sichtbar, wenn erst einmal der verblendete Gehorsam aufgebrochen und in echte zwischenmenschliche Energie verwandelt wird. Ein Geschenk für all jene, die bereit sind querzudenken und sich für eine Welt des Miteinander zu engagieren.

Author: Arno Gruen
Company: cc-live (2016-03-02)
List Price: EUR 9,95
Amazon Price: EUR 9,26

Arno Gruen - Leben als Original (Sternstunde Philosophie, 7.6.15)

Arno Gruen - Leben als Original (Sternstunde Philosophie, 7.6.15)
Mehr zum Thema: http://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/arno-gruen-verwoehnen-hat-nichts-mit-liebe-zu-tun Der Psychoanalytiker und Schriftsteller Arno ...

Der Fremde in uns

Der Fremde in uns
Der Fremde in unsgraph. Darst. Ich-Identität; Selbstentfremdung; Sachgruppe(n) 11 Psychologie [BücherwieNeu 11 Psychologie ]

Author: Arno Gruen
Company: Klett-Cotta (2002-01-01)
ISBN: 3608942823
List Price: EUR 19,00
Amazon Price: EUR 19,00
Used Price: EUR 7,78

Dienstag, 8. Juli 2014

Gründe und Formen der Entschuldigung


http://kollektiv.cc/partei/questions/question/wofuer-muessten-sich-die-piraten-entschuldigen-und-warum

Wofür müssten sich die Piraten entschuldigen und warum?

Transparente Kritik

“Transparenz” ist aus meiner persönlichen Sicht unser spannendster und komplexester Knackpunkt. Das liegt in erster Linie an der POLARITÄT von Transparenz. Denn das Komplementär von Transparenz ist u.a. der Datenschutz und die Intimsphäre. Die Transparenz hat also Grenzen, die je nach Situation völlig anders sein können! Was machen wir? Wir fordern möglichst absolute, umfassende – ja soviel Transparenz, wie nur möglich.

Die Piratenpartei forderte Transparenz – und ja, was wollt Ihr eigentlich, die NSA hat sie geliefert!!

Die Piratenpartei wurde in erster Linie als eine sehr fortschrittliche – ja sogar Internet-Partei – wahrgenommen. Wir haben NIE in unserer Marketing-Wirkung klipp und klar gesagt:

“Diese neue Technologie, die da gerade unser aller Leben komplett (!) verändert, hat viele tolle Vorteile … aber eben auch Risiken und Gefahren. Wir, die Piratenpartei, kennen uns da aus – und auch wenn wir selbst noch nicht ganz durchblicken, was dieser Paradigmenwechsel so alles mit sich bringt, wir erklären Euch das herzlich gerne.”

Nein, absolut nicht! Zumindest nicht in dieser Klarheit.

Wir haben nicht einmal Transparenz wirklich definiert … *looooool*

Und? Liefern wir??

Dem aufmerksamem Bürger und Wähler wird nicht entgangen sein, dass wir auf Dutzenden oder gar Hunderten Webseiten tatsächlich Bruchstücke dieser Transparenz liefern. Wenn man da bloß nicht versehentlich in eine Mailingliste gerutscht ist und die Schattenseiten der Transparenz hautnah miterleben darf…

Nein, tatsächlich … wir werden zwar unserem eigenen – ursprünglichen – Anspruch möglichst absoluter Transparenz nicht gerecht. Aber immerhin, wir liefern unsere Nebeneinkünfte. (Toooooor, Toooor, Tooor, … welch Helden und Heilige … und wo kann ich alle Eure Entscheidungen nachvollziehen, also verstehen … und die dafür benötigten Zusammenhänge, Begriffe und Beteiligten kennenLERNEN???)

Wir sind bis heute nicht auf die Idee gekommen, dass es auch partei-intern Schutzräume braucht, die eben nicht transparent sein sollen / müssen / können / dürfen…

Nein, alles muss transparent sein!! Gleichzeitig wissen wir natürlich, dass dies einer absoluten Überwachung gleich kommt und sich die Menschen unter absoluter Transparenz anders verhalten und nicht unbedingt nur positiv verändern. Aber so lange wir Leute haben, die sich auch öffentlich Scheiße an den Kopf werfen, kann dies ja so unterdrückend nicht sein …

Wir sind in einem Transparenz-Wahn … und fordern den Gläsernen Staat (voll cool und vor allem transparent, nicht wahr?) … und … was wollen wir eigentlich, das Merkelphone wird doch abgehört?

Nein, ein Geheimdienst hat uns das versichert und somit klargestellt, dass unser restlicher Staat schonmal GLÄSERN ist. Check, Ziel praktisch erreicht. Wir können in Kürze einpacken.

Fazit: Und dann kam Snowden mit der NSA um die Ecke und wir lagen schon bei unter 5% am Boden … wunderten uns, dass wir nur noch unter “Sonstige” geführt wurden und nicht als DIE Kompetenz in Sachen Überwachung und Transparenz betrachtet wurden.

Ganz ehrlich? Wir sind keine Kompetenz in diesen Dingen! Wir haben – gemeinsam mit den Bürgern – gelernt und selbst die besten Steilvorlagen geliefert, um lernen zu können … und dank unserem eigenen Chaos (tryal & error) hat jetzt die Bevölkerung im Kontext NSA & Snowden selbst die nötigen ERFAHRUNGEN gemacht und kann das

ZWEISCHNEIDIGE SCHWERT TRANSPARENZ

in etwa einschätzen.

Wir sind die mit den Fragen ... wirklich?

… von wegen! Dies ist ein spannender Knackpunkt, der uns wirklich anders machen würde, wenn nicht wir im Parteiklüngel das Programm und die Entscheidungen treffen, sondern wir wirklich nur ein Sprachrohr der BürgerInnen wären.

Wären “wir” DIE mit den Fragen, dann würden wir die Kompetenz der BürgerInnen orchestrieren und dabei think tanks aus der Wählerschaft bilden und wirklich die Kompetenz der Menschen nutzen – und dabei ganz nebenbei den viel zitierten “Diskurs der Öffentlichkeit” BILDEN und beleben. Ja, das würde die gesamte bisherige Politik auf den Kopf stellen. Natürlich könnten wir auch da nicht Pseudonymität und Sicherheit in Online-Wahlen unter einen Hut bringen – aber es gibt ja Forderungen, wo die Mehrheit der Bürger ganz offensichtlich dem politischen Handeln widerspricht. (Aber selbst das ist uns erst einmal völlig Wurscht, denn da müssen wir erstmal auf unseren “Kein Plan” gucken). Und die Umsetzung können selbst wir dank Freiem Mandat nicht garantieren!!

“Wir” sind aber diejenigen, die sich ANMASSEN bescheid zu wissen und diese Entscheidungen durch Go-Schlachten hindurch INTERN führen. Wir, das sind die, die glauben die Antworten zu haben bzw. aus eigenen think tanks (AGs) zu bilden. Der Bürger ist dann derjenige, dem wir unsere Antworten in Form eines Programms vorlegen, das es Gerüchten folgend nicht einmal wirklich gibt.

Die Bürger fragen? Vielleicht mal zur Wahl ;) Okay, um nicht ganz unfair zu sein: Wir sprechen uns für mehr Demokratie aus, man darf sich bei uns sein Fell dick reiben und “mitmachen” (Hurra!). Bei Erfolg ganzer Gruppen kann es halt passieren, daß diese Offenheit als Unterwanderung ausgelegt wird.

Aber selbst bei “mehr Demokratie” haben wir keine wirkliche Entscheidung, ab wann wir zwingend die Bürger befragen. Man könnte ja sagen, dass die Bürger bei allem, was Leib und Leben bedrohen kann, zwingend zu fragen sind (also Kriegseinsätze, Technologie mit Vergiftung oder irreparabler Veränderung z.B. von Genen usw.).

Aber NEIN, wir geben zwar vor den Bürger zu fragen, aber haben wir das bislang??

… oder haben wir es zumindest auf dem Papier vor?
Vielleicht ….

Ein Geburtsfehler? Ich weiss es nicht. Es ist einfach eine Entscheidung! Allerdings eine, die uns wirklich ANDERS gemacht hätte oder regelrecht zu einer anderen Partei machen könnte…